Umweltschutz – wenn die Umwelt krank wird

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Umweltschutz - wenn die Umwelt krank wird

Durch die Umweltbelastung gefährdet der Mensch nicht nur den Planten, sondern auch die eigene Gesundheit. Die negativen Einflüsse auf den menschlichen Organismus sind oft unsichtbar und machen sich erst nach einiger Zeit bemerkbar. Viele unterschätzen die Auswirkungen von Feinstaub, Elektrosmog, Lärm, Rauch oder Klimawandel und deren negativen Eigenschaften auf das Wetter. Wer jedoch genau hinsieht, wird feststellen, dass die Anzeichen sehr deutlich zu erkennen sind – immer mehr Menschen leiden an Asthma und Allergien, chronischen Kopfschmerzen oder Migräne, ständiger Müdigkeit, Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen. Kinder und Jugendliche leiden zunehmend unter irreparablen Hörschäden. Vor allem Stadtbewohner sind der Umweltverschmutzung und ihren Folgen ausgesetzt.

Wie groß sind die Auswirkungen?

Wie sich bestimmte Umweltfaktoren konkret auf die Gesundheit auswirken und wie hoch die Gesundheitsrisiken sind, ist methodisch kaum zu sagen, da viele verschiedene Faktoren die Gesundheit beeinflussen. Dazu zählen neben den Umwelteinflüssen auch die individuelle Lebensweise und die Ernährung. Bezüglich der einzelnen Umwelteinflüsse ist es jedoch schwer einzelne Kategorien zu bestimmen und die Einflüsse auf diese Kategorien aufzuteilen. So unterscheiden sich die Umwelteinflüsse unter anderem von Person zu Person, von Ort zu Ort und auch von Raum zu Raum. Je nachdem, wo du wohnst und in welcher Umgebung du dich am meisten aufhältst, gestalten sich die Umwelteinflüsse anders und haben folglich auch einen anderen Einfluss auf dich und deine Gesundheit.

Zwar sind Menschen in der Stadt stärker von den negativen Auswirkungen der Umweltverschmutzung betroffen, doch auch regionale Gemeinschaften in Städten und ländlichen Gebieten haben häufig mit ähnlichen Umwelteinflüssen zu kämpfen. Darüber hinaus gibt es weitreichende Veränderungen aufgrund des Klimawandels oder aufgrund der Verschmutzung durch die Ausbreitung von Luftschadstoffen. Um die daraus resultierenden gesundheitlichen Belastungen bewerten und vergleichen zu können, werden statistische Berechnungen durchgeführt.

Zur Bewertung von Gesundheitsrisiken für größere Gruppen wird häufig die sogenannte Krankheitslast berechnet. Für die Krankheitslast wird unter anderem berechnet, wie viele Lebensjahre der Gesamtbevölkerung durch eine bestimmte Beeinträchtigung verloren gehen. Die Berechnungen umfassen Daten bezüglich des Verschmutzungsgrades des Körpers, der Verschmutzung des Wassers, des Bodens und der Luft sowie Angaben zur Häufigkeit bestimmter Krankheiten.

Solche statistischen Daten machen deutlich, dass bestimmte Umweltprobleme erhebliche Auswirkungen haben. Allein die Luftverschmutzung ist laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im März 2014 weltweit für sieben Millionen vorzeitige Todesfälle verantwortlich. Das Umweltbundesamt hat berechnet, dass durchschnittlich rund 47.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr auf die Feinstaubbelastung in Deutschland zurückzuführen sind. Dies entspricht einem Verlust von zehn Lebensjahren pro 1.000 Einwohner.

Gleichzeitig bedeuten diese Gesundheitsschäden auch Kosten für das Gesundheitssystem. Sie stellen also eine finanzielle Belastung für die Gesellschaft dar.

Wie ist die Situation in Deutschland?

Die Gesundheitsbehörden gehen von einer insgesamt geringen Schadstoffbelastung der Bevölkerung in Deutschland aus. Doch insbesondere die Luftverschmutzung und der Lärm verursachen viele nicht unerhebliche Probleme. Darüber hinaus sind die gesundheitlichen Auswirkungen vieler heute verwendeter chemischer Substanzen kaum bekannt.

Der Gesundheitsbericht des Bundes zählt die Umweltbelastungen dennoch zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gesundheit und Lebenserwartung der Deutschen, neben der sozialen Situation und dem individuellen Lebensstil. Obwohl mehr als ein Viertel der Bevölkerung der Ansicht ist, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung betroffen ist, geht die Weltgesundheitsorganisation davon aus, dass bis zu zehn Prozent der Gesundheitsprobleme in Nord- und Westeuropa auf Umweltfaktoren zurückzuführen sind. Die WHO wendet hierbei ein sehr breites Umweltkonzept an. Neben Aspekten, wie Luft- und Wasserqualität oder Lärm werden auch Lebensbedingungen und Unfälle in diese Statistiken mit einbezogen.

Zu den Umweltfaktoren im engeren Sinne zählen unter anderem Wohnungen und Innenräume, die Luft in unserer Umwelt, Trinkwasser, Lebensmittel und Wasser sowie Gebrauchsgegenstände, wie Kleidung und Kosmetik. Diese Umweltfaktoren können mit Schadstoffen oder Krankheitserregern kontaminiert oder mit Lärm oder Strahlung verbunden sein. Durch die Atemwege, das Verdauungssystem, die Haut oder die Sinnesorgane, insbesondere das Ohr, wirken sie auf den menschlichen Organismus und können die Gesundheit beeinträchtigen.

Umweltschutz ist Gesundheitsschutz

Gesundheitsschäden durch Umwelteinflüsse sind in der Regel vermeidbar. Voraussetzung hierfür ist, dass der schädliche Einfluss bekannt ist und die Betroffenen die einzelnen Möglichkeiten wahrnehmen und umsetzen, um die Umweltbelastung zu vermeiden. Individuelle Vorsichtsmaßnahmen bezüglich des Essens und Trinkens  sind einfach umzusetzen, wohingegen die Vermeidung von Luftschadstoffen ist jedoch viel schwieriger und für den einzelnen Bürger kaum möglich ist. Allgemein sollte ein bewussterer Lebensstil angestrebt werden.

Gleichzeitig ist die Umweltbelastung ungleich verteilt. Laut einigen Ergebnissen aus Studien sind Menschen mit niedrigem sozialen Status tendenziell stärker durch negative Umweltfaktoren belastet. Vor allem sind sie häufiger von verkehrsbedingten Gesundheitsschäden, wie Lärm und Luftschadstoffen betroffen. Dies belegen beispielsweise die Daten der Umweltumfragen des Umweltbundesamtes.

Daher ist es Aufgabe der Gesundheits- und Umweltbehörden, wie dem Umweltbundesamt, festzustellen, wo gesundheitsrelevante Umweltbelastungen entstehen. Ziel ist es, das Entstehen von negativen Einflüssen so weit, wie möglich zu verhindern.

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