Orgasmus bekommen

Was ist eigentlich ein Orgasmus?

Die angestaute sexuelle Energie entlädt sich im Orgasmus. Es ist ein ungemeines Wohlbefinden, ein Höhepunkt der Anspannung, der sich plötzlich entlädt und in einer Entspannung endet.

Der Orgasmus ist wissenschaftlich nur ungenügend erforscht. Es gibt verschiedene Theorien. Die Vorgänge im menschlichen Körper, die Stoffwechselfunktionen und Reaktionen sind den Wissenschaftlern zum Teil noch ein Rätsel.

Was wir über den Orgasmus wissen

Wissenschaftler haben den Orgasmus noch nicht komplett erforscht. Es gibt verschiedene Theorien darüber, was ein Orgasmus ist und was dabei im Körper passiert. Bekannt sind jedoch die folgenden Dinge über den Orgasmus:

Beim Orgasmus werden Hormone ausgeschüttet und sorgen für ein Glücksgefühl. Die Erregung steigt bis Sie im Orgasmus gipfelt und plötzlich abflacht. Der Körper gibt einen Vorsaft ab. Beim Orgasmus des Mannes wird das Sperma ausgestoßen.

Der Orgasmus tritt nicht nur bei einer sexuellen Reizung auf. Durch das Ausschütten von Hormonen und anderen Stoffwechselvorgängen im Körper bei einem Orgasmus kann man sagen, dass ein solcher Orgasmus auch einen Vorteil für den Körper hat. Er befriedigt und fördert die Gesundheit des Mannes und der Frau. Die Anspannung und der Verlauf sorgt auch für einen gewissen sportlichen Effekt. Den nur wer ausreichend fit ist, kann mehrere Orgasmen am Tag erleben.

Es kann bei allen zu Orgasmusstörungen kommen. Zu einem vorzeitigen Orgasmus und einen zu schnellen Samenerguss kommt es bei etwa einem Drittel der Männer. Auch Trans-Personen können nach ihrem operativen Eingriff einen Orgasmus haben.

Es gibt keine genaue Festlegung, was ein Orgasmus eigentlich ist. Man kann sogar sagen, dass Psychologen und medizinische Wissenschaftler ganz unterschiedliche Vorstellungen von dem Vorgang “Orgasmus” haben. Das macht es auch so schwer, eine klare wissenschaftliche Grundlagenforschung zu diesem Thema anzustreben und eine exakte Definitionen festzulegen.

Beim Orgasmus werden unsere Muskeln angespannt. Die Frequenz der Herzschläge wird schneller. Es wird mehr Blut durch den Körper gepumpt. Mehr Sauerstoff gerät in die Zellen. Der Körper muss mehr arbeiten. Verschiedene Stoffwechselprodukte und Hormone werden ausgeschüttet. Beim eigentlichen Orgasmus werden die Muskeln im Beckenbereich angespannt und anschließend wieder entspannt.

Die Theorien der Sexualwissenschaftler

Es gibt bestimmte Wissenschaftler, die sich mit dem Orgasmus beschäftigen. Diese “Sexualwissenschaftler” haben dem Vorgang ein in Stufen strukturiertes Modell zugeordnet. Einige der bekanntesten Vertreter sind Master und Johnsons und Kaplan. Bei dem ersten wird der Orgasmus in vier Stufen eingeteilt. Kaplan hat eine dreistufige Struktur nachgewiesen.

Master und Johnsons teilt den Orgasmus in die folgenden vier Stufen: Aufregung, Plateau, Orgasmus, Auflösung. Bei Kaplan wird der Orgasmus in die folgenden drei Stufen strukturiert: Wunsch, Aufregung, Orgasmus.

Es handelt sich bei diesen wissenschaftlichen Modellen um Theorien. Der Orgasmus wird sehr abstrakt beurteilt und die Vorgänge im Körper, die körperlichen Aktionen und Reaktionen vor, während und nach dem Orgasmus von Mann und Frau werden hierbei nicht berücksichtigt.

Der Orgasmus und die Gesundheit

Der Orgasmus des Mannes kann ihm vor einem Prostatakrebs bewahren. Daneben gibt es noch andere positiven Effekte, die sich auf die Gesundheit auswirken. In einer wissenschaftlichen Untersuchung von 1997 wurde festgestellt, dass die Sterberate von Männern mit einem oftmals stattfindenden Orgasmus, also einem sehr aktiven Sexualleben, niedriger ist als bei Männern mit wenigen bis seltenen Orgasmen.

Man sagt dem Orgasmus nach, dass Menschen mit einem ausgeprägten Sexleben ihre Gesundheit schädigen, schneller altern und ihr erreichbares Lebensalter verkürzen. Das ist ein Mythos, der so nicht stimmt. Er ist dennoch in vielen Kulturen zu finden.

Forscher haben herausgefunden, dass bei Männern die 21-mal im Monat einen Samenerguss haben, das Risiko für einen Prostatakrebs um ein Fünftel sinkt. Im Vergleich dazu ist das Risiko um ein Fünftel höher bei Männern, die nur 4- bis 7-mal im Monat einen Samenerguss haben.

Beim Orgasmus wird der Körper mit Hormonen überflutet. Zu diesen Hormonen gehören Oxytocin und DHEA. Diese Hormone haben Krebsvorsorgende Wirkungen und schützen Mann und Frau auch vor gefährlichen Herzerkrankungen.

Orgasmus der Frau

Verschiedene Arten von Orgasmen und deren Ursachen

Forscher haben sich noch nicht auf eine Kategorie einigen können, zu der ein Orgasmus zugeordnet werden kann. Vielmehr gibt es verschiedene Formen von Orgasmen. Sigmund Freud hat die Orgasmen der Frauen als klitoral eingestuft und diese den jungen, unerfahrenen Frauen zugeordnet. Bei älteren erfahrenen und gesunden Frauen spricht er von vaginalen Orgasmen.

Die Sexualforscherin Betty Dodson geht einen Schritt weiter und kategorisiert Orgasmen in neun verschiedene Typen ein. Ihre Forschung geht zurück auf die Stimulation der Genitalien von Mann und Frau. Sie unterscheidet unter anderem die folgenden Typen von Orgasmen voneinander:

Spannungsorgasmen

Diese Form des Orgasmus kommt häufig vor. Hier werden die Genitalien sehr direkt stimuliert. Die Muskeln unseres Körpers werden angespannt und es kommt zu Kontraktionen.

Entspannungsorgasmen

Im Gegensatz dazu wird bei einem Entspannungsorgasmus der Orgasmus von einem Entspannen der Muskeln ausgelöst. Der Körper kommt zur Ruhe und Mann / Frau spüren eine wohlige, sehr angenehme Auflösung.

Druckorgasmen

Bei einem Druckorgasmus werden die Genitalien indirekt durch Druck oder enge Kleidung oder enges Anpressen des Körpers stimuliert. Diese Form des Orgasmus kommt bei unerfahrenen Jugendlichen oft vor.

Multiple Orgasmen

Bei dieser Form des Orgasmus kommt es zu einer Kette von Orgasmen, die kurz hintereinander erfolgen. Diese Form des Orgasmus kann auch mit einer anderen Orgasmusform kombiniert sein.

Gemischte und kombinierte Orgasmen

Auch hierbei handelt es sich um eine Kombination von verschiedenen Orgasmen. Dabei werden unterschiedliche Orgasmustypen zu einem Orgasmus kombiniert.

Die beiden folgenden Orgasmustypen werden von Freud und Dodson abgelehnt. Andere Wissenschaftler haben sie jedoch beschrieben. Zwei dieser Typen sind:

Fantasie-Orgasmen

Bei diesem Orgasmus wird der Höhepunkt durch eine im Kopf stattfindende Sexualfantasie erreicht.

G-Punkt-Orgasmen

Bei diesem Orgasmus wird die G-Punkt-Zone stimuliert und so ein besonderes Gefühl heraufbeschworen. Bei homosexuellen Männern und bisexuellen Männern kann ein ähnlicher Orgasmus durch eine Prostatastimulation herbeigeführt werden.

Was zu einem Orgasmus führt

Sexuelle Erregung ist oft nur ein Auslöser für eine Folge von Reaktionen, die zum eigentlichen Orgasmus führen. Es werden optische Reize wahrgenommen, die Stimulation von erogenen Zonen wie Anus, Genitalien, Brustwarzen und Damm führen zu einer Steigerung der Erregung. Es werden Hormone ausgeschüttet, der Körper wird mit diesen regelrecht überflutet und schließlich kommt es zum eigentlichen Orgasmus.

Im Körper gibt es zwei wichtige Reizfolgen, die durch die Stimulation ausgelöst werden. Zum einen wird Körpergewebe mit Blut gefüllt und das Glied des Mannes wird so erigiert und gewinnt an Größe, Härte und Festigkeit. Zum anderen werden in schneller Folge die Muskeln angespannt und entspannt.

Orgasmusstörung

Was sind Orgasmusstörungen?

Ein nicht funktionierender Orgasmus beeinflusst die Gesundheit, des Sexualleben und die körperliche Verfassung. Betroffene fühlen Frustration, Scham, Ärger und Gereiztheit. Es gibt Orgasmusstörungen sowohl bei Männern, wie auch bei Frauen. Medizinische Wissenschaftler unterscheiden ganz spezifische Störungen bei den Geschlechtern.

Bei Frauen treten Orgasmusstörungen durch das Fehlen oder Fehlempfinden von Reizen und den folgenden körperlichen Reaktionen auf. Manchmal ist es auch nicht das Fehlen der Reize, sondern die zu geringen Reize.

Fehlen Orgasmen bezeichnen dies Wissenschaftler als Anorgasmie. Man unterscheidet die primäre Anorgasmie, bei der Frauen noch nie einen Orgasmus erlebt haben und in sekundäre Anorgasmie. Bei Letzterem haben Frauen bereits Orgasmen erlebt, können es aber nun nicht mehr.

Bei Männern können Orgasmusstörungen als Folge von Erkrankungen auftreten. Diese können psychische oder auch stressbedingte Ursachen haben. Herzerkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems und schwere Traumata führen oft zu Orgasmusstörungen beim Mann.

Die Ejakulation oder auch der Samenerguss gehört beim Mann zum Orgasmus dazu. Bei einer zu starken oder kaum kontrollierbaren Erregung kann es zu einem vorzeitigen Samenerguss kommen. Davon spricht man, wenn bereits eine Minute oder in noch kürzer Zeit nach dem Reizbeginn es zu einem Samenerguss kommt. Dieses Problem kann durch einen nachfolgenden, besser kontrollierten Orgasmus oder auch durch öfter und besser kontrollierte Reize behoben werden.

Bei Frauen treten Orgasmusstörungen als Folge von Medikamenten oder deren Nebenwirkungen auf. Sie können psychologische Folgen sein, wie zum Beispiel Ängste, Nervenerkrankungen und Depressionen oder gynäkologische Folgen.

Sowohl bei Männern, wie auch bei Frauen können Orgasmusstörungen durch das Falschinterpretieren des eigenen Sexualempfindens ausgelöst werden. Homosexuelle Männer, wie auch Frauen, unterdrücken auch heute noch ihre eigene Sexualität und leben in einem Familien- und Berufsleben unter einer Art gespieltem Leben. In anderen Kulturen ist es notwendig, die Sexualität zu unterdrücken, um nicht in Gefahr zu geraten.

Orgasmusstörungen können auch durch das fehlende Ausleben von sexuellen Reizen und Praktiken  ausgelöst werden. Aber auch durch Fehlentwicklungen von Reizen ist dies möglich. Manchmal führt auch der Reiz von verbotenen und gefährlichen Praktiken zu einem Lustschub und infolgedessen auch das spätere Fehlen dieser Reize zu Orgasmustörungen.

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