HIV Übertragung – Risiken und Prävention

HIV Übertragung

HIV ist im Vergleich zu anderen Viren relativ schwer zu übertragen. Das Übertragungsrisiko hängt von der Anzahl der Viren im Blut und den Genitalsekreten ab. Je mehr Viren vorhanden sind, desto höher ist das Infektionsrisiko.

Wann besteht ein HIV-Risiko?

HIV ist einer der am schwierigsten zu übertragenden Krankheitserreger. Das Virus kann nicht im Alltag, in der Freizeit, bei der Arbeit oder beim Sport übertragen werden.

Ein HIV-Risiko besteht nur, wenn Körperflüssigkeiten, die eine große Menge an Viren enthalten, in den Körper gelangen:

  • beim Sex: über die Anal- und Vaginalschleimhaut, die Schleimhaut am Gebärmutterhals (auch wenn nicht im Körper ejakuliert wurde) und über die Penisschleimhaut.
  • beim Drogenkonsum: HIV gelangt durch gemeinsame Spritzen und Nadeln ins Blut.
  • während der Schwangerschaft, Geburt oder Stillzeit: über die Plazenta, durch Kontakt mit Blut, Vaginalsekreten oder durch Muttermilch, wenn die Mutter keine Medikamente gegen HIV einnimmt.

Du kannst dich auf folgende Art und Weise gut vor HIV schützen:

  • beim Sex: durch Kondome und Femidome.
  • beim Drogenkonsum: durch sichereren Konsum.
  • während der Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit: gegebenenfalls durch Medikamente und andere Maßnahmen.

Das Risiko einer HIV-Übertragung ist erhöht, wenn sich im Blut und in den Körperflüssigkeiten besonders viele Viren befinden. Dies ist beispielsweise zwei bis vier Wochen nach einer erneuten HIV-Infektion der Fall, weil sich das Virus dann besonders schnell vermehrt. Die meisten Menschen wissen zu diesem Zeitpunkt noch nichts über ihre Infektion, daher finden die meisten HIV-Übertragungen zu diesem Zeitpunkt statt.

Die HIV-Therapie unterdrückt die Vermehrung von Viren im Körper so stark, dass HIV nach einer Weile im Blut nicht mehr nachweisbar ist. HIV muss nicht zwingend bei ungeschütztem Sex übertragen werden.

HIV Übertragung verhindern

Themen-Tipps: PotenzmittelPenis ExtenderViasilPhallosan Forte

Kein HIV-Risiko im Alltag

Eine HIV-Übertragung ist im Alltag unmöglich. Zum Beispiel besteht kein Übertragungsrisiko:

  • beim Küssen, Händeschütteln oder Umarmen
  • beim Husten oder Niesen
  • beim Teilen von Tellern, Gläsern und Besteck
  • beim Teilen von Toiletten, Handtüchern oder Bettwäsche
  • in Schwimmbädern oder Saunen
  • Arbeiten und Leben mit Menschen mit HIV bzw. AIDS
  • Betreuung und Betreuung von Menschen mit HIV bzw. AIDS
  • für Erste-Hilfe-Leistungen, sofern die Hygienevorschriften eingehalten werden (Handschuhe, Atemmaske)
  • für medizinische und kosmetische Behandlungen (Zahnbehandlung, Fußpflege usw.), sofern die Hygienevorschriften eingehalten werden
  • beim Tätowieren und Piercing, sofern die Arbeiten unter hygienischen Bedingungen ausgeführt werden
  • für Insektenstiche

Warum besteht kein Risiko?

Die Menge an HIV in Speichel, Schweiß, Tränenflüssigkeit, Urin oder Kot reicht für eine Infektion nicht aus. Intakte Haut ist auch eine sichere Barriere. Darüber hinaus bleibt HIV außerhalb des Körpers nicht lange ansteckend.

HIV-Übertragung beim Sex

Vaginaler Sex ist für beide Partner ansteckend. Bei Frauen besteht ein höheres Risiko als bei Männern, da die HIV-Konzentration in den Spermien erheblich höher ist als in der Vaginalsekretion. Analsex ist auch für beide Partner ansteckend. Im Durchschnitt werden weniger als 1% der sexuellen Kontakte mit (unbehandelten) HIV-Infizierten ansteckend. Ungünstige Faktoren können dieses statistisch niedrige Risiko jedoch in ein hohes Risiko umwandeln, beispielsweise mit einer hohen Viruslast in der akuten Phase der Infektion oder mit Syphilis bei einem der Partner.

Fast kein Risiko beim Oralsex

Oralsex kann in bestimmten Fällen ansteckend sein, insbesondere wenn Sperma in den Mund gelangt. Die Prostatasekretion (auch Lusttropfen) enthält Viren in geringen Konzentrationen, aber die Infektionsdosis ist nicht ausreichend. Bei einer Ejakulation im Mund sollte das Sperma nicht geschluckt, sondern sofort ausgespuckt werden. Spüle dann Mund und Rachen wiederholt mit reichlich Zahnpasta aus. Zahnpasta enthält Substanzen, die die Hülle des Fettvirus effektiv zerstören – ohne die Hülle ist HIV nicht mehr infektiös. Beim vaginalen Oralsex hängt das Infektionsrisiko von der Sekretionsmenge ab, diese ist meist niedrig oder sogar sehr niedrig.

Wahrscheinlichkeit der HIV-Übertragung beim Sex

Damit eine Übertragung stattfinden kann, musst Du Sex mit einer HIV-infizierten Person haben, die nicht mit HIV-Medikamenten behandelt wird. Bei einem einzigen ungeschützten Sexualkontakt ist das HIV-Risiko statistisch gesehen sehr gering. Sie nimmt mit der Häufigkeit ungeschützter Kontakte jedoch zu.

Nach ungeschütztem Sex mit einer Person, die sehr wahrscheinlich HIV hat und nicht mit HIV-Medikamenten behandelt wird, kann die Postexpositionsprophylaxe (PEP) die HIV-Übertragung weiterhin verhindern. Idealerweise solltest Du innerhalb von 2 Stunden mit einer PEP beginnen, wenn möglich innerhalb von 24 Stunden und spätestens 48 Stunden nach dem Risikokontakt.

HIV-Risiko durch Drogenkonsum

Beim Drogenkonsum besteht ein sehr hohes Risiko, da Spritzen und Nadeln oftmals geteilt werden. Dadurch kann HIV direkt in den Blutkreislauf gelangen. Das Virus kann mehrere Tage in feuchten Blutresten in der Spritze verbleiben.

Das Risiko, sich ebenfalls mit Hepatitis zu infizieren, ist ebenfalls sehr hoch. Safe Use bietet einen sehr guten Schutz gegen HIV-Infektionen beim Konsum von Drogen.

HIV-Übertragung von herumliegenden Spritzen?

Eine HIV-Infektion durch eine herumliegende Nadel, beispielsweise in einem Sandkasten, ist weltweit nicht bekannt geworden.

In solchen Fällen haben die Nadeln in der Regel einen kleinen Durchmesser und es verbleibt nur eine geringe Menge Blut auf ihnen. Die Blutreste trocknen auch an der Luft und werden – anders als beim Drogenkonsum – nicht wieder in eine Lösung gebracht. Eine HIV-Infektion ist in einem solchen Fall nicht möglich, eine Infektion mit Hepatitis B und Hepatitis C ist jedoch möglich. Daher solltest Du unbedingt von einem Arzt untersucht werden.

Hepatitis B kann durch Impfung und Verabreichung von Immunglobulinen innerhalb von 48 Stunden verhindert werden. Hepatitis C kann mit Medikamenten gut behandelt und geheilt werden.

HIV-Übertragung während der Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit

Während der Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit kann die HIV-Übertragung auf das Kind durch Medikamente und andere Maßnahmen verhindert werden. Deshalb wird allen schwangeren Frauen in Deutschland ein HIV-Test angeboten.

Kein HIV-Risiko durch Blutprodukte

Blut und Blutprodukte, zum Beispiel für Operationen, sind in Deutschland durch verschiedene Maßnahmen (insbesondere Tests) sehr sicher.

Du möchtest dich mehr rund um das Thema Sexualität erfahren? Dann bist du hier genau richtig:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.